Aktuelles!

Intergeschlechtliche Kinder schützen!

Hintergrund:

Weltweit werden Schätzungen zufolge 1,7 Prozent der Kinder mit Geschlechtsmerkmalen geboren, die nicht mit den geltenden Normen von männlich und weiblich übereinstimmen. Man spricht von einer „Variation der Geschlechtsmerkmale“ oder in bestimmten Fällen auch von „intergeschlechtlich“. In Deutschland werden diese Kinder häufig operiert oder hormonellen Behandlungen unterzogen, um sie zu „normalisieren“ und ihnen ein eindeutig männliches oder weibliches Geschlecht zuzuweisen. Diese unumkehrbaren medizinischen Eingriffe können zu anhaltenden körperlichen und seelischen Schäden führen. So leiden Betroffene z. B. nach einer Sterilisation/Kastration teils lebenslang unter Schmerzen, dem Verlust der sexuellen Empfindsamkeit oder großen psychischen Problemen. Die medizinischen Behandlungen werden oft ohne eine Notfallsituation durchgeführt und ohne, dass die sehr jungen Kinder dies selbst entscheiden könnten. So werden ihre Menschenrechte auf Gesundheit, körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung verletzt.

Amnesty International fordert:

Krankenhäuser müssen invasive und irreversible Genitaloperationen und Hormonbehandlungen an Säuglingen und Kindern mit Variationen der Geschlechtsmerkmale, bei denen es sich nicht um Notfallmaßnahmen handelt, einstellen, bis diese nach dem Prinzip der sich entwickelnden Fähigkeiten in der Lage sind, aussagekräftig an der Entscheidungsfindung mitzuwirken und ihre informierte Einwilligung zu geben. Es müssen auf den Menschenrechten basierende Richtlinien für die Gesundheitsversorgung von Menschen mit Variationen der Geschlechtsmerkmale geschaffen und implementiert werden, um die körperliche Unversehrtheit, Autonomie und Selbstbestimmung zu gewährleisten und sicherzustellen, dass kein Kind invasiven und irreversiblen Eingriffen ausgesetzt ist, die Schaden zufügen und keine Notfallmaßnahmen sind. Die bestehenden Leitlinien (S2k-Leitlinie 174/001), welche in Zusammenarbeit mit drei Selbsthilfeorganisationen von Menschen mit Variationen der Geschlechtsmerkmale entstanden sind, müssen von allen medizinischen Fachkräften umgesetzt werden. Das medizinische und psychologische Fachpersonal muss im Hinblick auf die Vielfalt der geschlechtlichen und damit verbundenen biologischen und physischen Erscheinungsformen geschult und weitergebildet werden.

Was kannst du tun?

Unterzeichne die Onlinepetition auf: amnesty.de/intergeschlechtlich

Du willst mehr dazu wissen? Besuche unsere Veranstaltungen zum Thema Intergeschlechtlichkeit:

  • 12. Juni 2019, Odeon: Filmabend „Intersexion“
  • XX. Juni 2019, Lui20: Frage eine Intersex-Person“
15. Mai 2019